1. Die Gründung (1980)
Die Firma wurde 1980 in Busto Arsizio (Varese) gegründet. Die Köpfe dahinter waren:
- Luciano Marabese: Ein genialer Designer (der später für Marken wie Aprilia, Moto Guzzi und Triumph arbeitete).
- Carlo De Bernardi und Duilio Gagliotti.
Der Name "Happy Red Devils" (HRD) klang für damalige Verhältnisse sehr modern und international und sollte das junge, rebellische Publikum ansprechen.
2. Das Konzept: "Schmuckstücke" auf zwei Rädern
HRD wollte keine Massenware produzieren. Ihr Ziel war es, die "Bimota der 125er" zu sein. Zu einer Zeit, als 125er oft noch wie verkleinerte Mopeds aussah, bot HRD Technik auf höchstem Niveau:
- Rahmen: Hochwertige Gitterrohrrahmen oder fortschrittliche Aluminium-Konstruktionen.
- Komponenten: Nur das Beste vom Besten – Bremsen von Brembo, Federung von Marzocchi oder White Power (WP), Felgen von Grimeca.
- Design: Marabese entwarf futuristische Formen, die ihrer Zeit weit voraus waren (z. B. die HRD Silver Horse).
3. Die Allianz mit TAU Motori
Da HRD eine kleine Manufaktur war, entwickelten sie keine eigenen Motoren. Hier kam Aroldo Triossi (TAU Motori) ins Spiel.
- Die HRD-Modelle (wie die Silver Horse, Formula oder White Horse) wurden von den wassergekühlten TAU-Drehschieber-Motoren angetrieben.
- Diese Kombination machte die HRD-Maschinen zu den schnellsten 125ern ihrer Ära, die oft über 25 PS leisteten – ein Spitzenwert für die frühen 80er Jahre.
4. Die wichtigsten Modelle
- Silver Horse (1982): Das bekannteste Modell. Ein wunderschönes Straßenmotorrad mit rotem Gitterrohrrahmen und silberner Verkleidung.
- Formula: Eine noch sportlichere Version, die fast wie eine echte Grand-Prix-Maschine aussah.
- White Horse / Red Horse: Variationen im Design und in der Ausstattung.
5. Das schnelle Ende (1987)
Trotz des hohen Prestiges und der technischen Überlegenheit scheiterte HRD an der wirtschaftlichen Realität:
- Preis: Eine HRD kostete fast so viel wie eine 600er oder 750er der japanischen Großserienhersteller. Der Markt für extrem teure 125er war klein.
- Konkurrenz: Marken wie Cagiva und Aprilia begannen Mitte der 80er Jahre, ebenfalls sehr sportliche 125er (wie die Cagiva Aletta Oro) in größeren Stückzahlen und zu besseren Preisen zu bauen.
- Liquidation: 1987 musste HRD die Tore schließen. Luciano Marabese gründete daraufhin sein eigenes Designstudio (Marabese Design), das später für ikonische Motorräder wie die Moto Guzzi V11 oder die Triumph Speed Triple (teilweise) verantwortlich war.
6. Markennachfolge
- Der Name HRD wurde später an Kram-It verkauft.
- In den 90er Jahren gab es eine französische Marke namens HRD (gegründet von Josué Hart), die Enduros und Supermotos mit Minarelli-Motoren baute. Diese hatte jedoch außer dem Namen keine direkte Verbindung zur ursprünglichen italienischen Edelschmiede der 80er Jahre.
- 2001 hat Sherco dann die Namensrechte der Marke HRD gekauft.
