1. Gründung und Hintergrund
- Gründer: Die Brüder Giancarlo und Vasco Gori.
- Gründungsjahr: 1968.
- Sitz: Florenz (Firenze), Italien.
- Ursprung: Die Brüder Gori begannen ursprünglich als Tuner und Veredler von Lambretta-Rollern und kleinen Motorrädern, bevor sie sich auf den Bau eigener Geländemaschinen konzentrierten. Giancarlo Gori galt später als technisches Genie beim Tuning der Sachs-Motoren.
2. Die Beziehung zu Moto Bimm (Bimotor)
Dies ist ein entscheidender Punkt in der Firmengeschichte:
- Kooperation: In der Anfangsphase (späte 60er/frühe 70er) bestand eine enge Verbindung zu Moto Bimm (später bekannt als Bimotor), ebenfalls ansässig in der Toskana (Prato).
- Synergie: Moto Bimm produzierte eher preiswerte Massenware (Mopeds). Die Gori-Brüder nutzten teilweise Rahmenkomponenten oder Rohlinge von Bimm, veredelten diese aber massiv für den Wettbewerbseinsatz. Viele frühe Gori-Modelle wurden offiziell unter dem Doppelnamen Gori-Bimm vermarktet, bevor Gori als eigenständige Marke stark genug war.
3. Lieferanten und Komponenten
Gori war bekannt dafür, nur die hochwertigsten Komponenten zuzukaufen, um gegen die Werksmaschinen bestehen zu können:
- Sachs: Gori war einer der wichtigsten Abnehmer für die Sachs-Wettbewerbsmotoren (50/6, 100/6, 125/6 mit Ziehkeilschaltung). Später setzten sie die modernen Sachs 7-Gang-Motoren ein.
- Minarelli: Für die kleineren 50-ccm-Klassen kamen oft hochgezüchtete Minarelli-P6-Motoren zum Einsatz.
- Rotax: In der Endphase (ab ca. 1980) wurden auch wassergekühlte Rotax-Motoren verbaut.
- Rahmen: Eigene Konstruktionen, oft gefertigt aus Chrom-Molybdän-Stahl.
- Federung: Gabeln von Marzocchi oder Ceriani, Stoßdämpfer von Corte & Cosso oder Ohlins.
- Anbauteile: Kunststoffteile oft von Preston Petty (frühe Modelle) und später UFO Plast.
4. Besondere Modelle und Erfolge
Gori war besonders in der 50-ccm- und 125-ccm-Regolarità-Klasse erfolgreich.
- Das Modell Gori 50 Cross mit Sachs-Motor galt Mitte der 70er als eine der schnellsten "Schnapsglas-Klassen"-Maschinen.
- In den Jahren 1974 bis 1976 gewannen Gori-Maschinen mehrere Titel in der italienischen Geländemeisterschaft.
5. Das Ende der Firma
- Schließung: Die Firma musste 1983 den Betrieb einstellen.
- Gründe: Wie viele kleine italienische Hersteller geriet das Unternehmen durch den massiven Markteintritt der japanischen Hersteller und die hohen Entwicklungskosten für wassergekühlte Motoren und Monoshock-Fahrwerke in finanzielle Schieflage. Zudem gab es interne Schwierigkeiten nach dem Rückzug wichtiger Partner.
Importeur für Deutschland: P.Heuser, Troisdorf

