1. Gründung und goldene Ära (ca. 1950 – 1975)
- Gründung: Telesco wurde in den frühen 1950er Jahren (ca. 1952/1953) gegründet.
- Gründer: Die Familie Margarit, insbesondere Juan Margarit, trieb die Entwicklung voran. Er war ein Visionär der hydraulischen Dämpfung und erkannte früh das Potenzial für den aufkommenden Geländesport.
- Standort: Das Hauptwerk befand sich in Sant Just Desvern, einem industriellen Vorort von Barcelona, in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Werken von Bultaco und OSSA.
- Marktstellung: In den 1960er Jahren wurde Telesco zum wichtigsten Erstausrüster für die Marken aus Spanien, vor allem OSSA. Während der Konkurrent Betor enger mit Bultaco und Montesa arbeitete und oft aggressiver im Marketing war, galt Telesco technisch als besonders präzise und zuverlässig.
2. Technologische Meilensteine
- Teleskopgabeln: Die 32-mm- und 35-mm-Gabeln von Telesco wurden zum Standard für Trial-Maschinen (z. B. Bultaco Sherpa T).
- Export-Erfolge: In den frühen 1970er Jahren lieferte Telesco die Gabeln für die US-amerikanische Yankee Z500. Das war ein Ritterschlag, da die Amerikaner (Yankee Motors) extrem hohe Anforderungen an die Stabilität für den dortigen Wüsteneinsatz stellten.
- Produktionszahlen: Auf ihrem Höhepunkt (Ende der 70er) fertigte Telesco jährlich Hunderttausende Stoßdämpfer und Gabeln für den Weltmarkt.
3. Krise und Übernahme (1980er Jahre)
Die Krise der spanischen Motorradhersteller Anfang der 80er Jahre traf Telesco hart. Da die Hauptabnehmer (Bultaco, OSSA) ums Überleben kämpften oder schlossen, musste sich Telesco neu orientieren.
- 1983/1984: In dieser Phase begann die Suche nach starken Partnern. Das Unternehmen verlagerte den Fokus verstärkt auf den Automobilsektor (Stoßdämpfer für PKW und Nutzfahrzeuge).
- Die AL-KO Ära: Mitte der 1980er Jahre (finalisiert ca. 1987) wurde Telesco vollständig in die AL-KO Kober Gruppe integriert. AL-KO (ein deutscher Konzern aus Kötz) suchte nach einer Basis in Spanien, um dort die Fertigung von Fahrwerkskomponenten für PKW-Anhänger und Nutzfahrzeuge auszubauen.
- Umfirmierung: Die Motorradsparte wurde sukzessive eingestellt. Die Fabrik in Spanien firmierte fortan unter AL-KO Record (heute oft als Teil von AL-KO Damping Technology bekannt).
4. Jüngste Entwicklungen (2021)
Ein entscheidender Schnitt für das Erbe von Telesco geschah vor kurzem:
- Verkauf an KW: Im Jahr 2021 verkaufte die AL-KO Vehicle Technology Group ihre gesamte Sparte für Dämpfungstechnik (einschließlich der Werke in Spanien, die einst Telesco waren) an die KW automotive GmbH aus Fichtenberg.
- Status heute: Während der Name "Telesco" im modernen Neugeschäft nicht mehr aktiv genutzt wird, lebt das technische Know-how und die Produktionsstätte in Spanien unter dem Dach von KW (bekannt für High-End-Fahrwerke) weiter.
