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Bing
  

1. Gründung und Erwerb der Marke BING (1926–1933)

Die moderne Geschichte des Unternehmens beginnt 1926, als Fritz Hintermayr seine Einzelunternehmung in Nürnberg gründete. Der entscheidende Expansionsschritt erfolgte 1932: Nach der Zerschlagung der „Gebrüder Bing AG“ (ehemals weltgrößter Spielzeughersteller) erwarb Hintermayr Teile der Produktion sowie die wertvollen Namensrechte an BING.

Fortan spezialisierte sich das Unternehmen auf zwei Standbeine: Gasbadeöfen und die aufstrebende Vergasertechnik. Bereits 1933 wurde das Portfolio durch die Übernahme von Erich & Grätz erweitert.

2. Aufstieg zum Marktführer und Konsolidierung

BING entwickelte sich über Jahrzehnte zum Synonym für Gemischaufbereitung. Das Unternehmen wuchs durch strategische Zukäufe bedeutender Mitbewerber und Patente:

  • Fischer-Amal: Übernahme des Apparatebau Fischer (Frankfurt, gegr. 1860).
  • Pallas: Integration der Pallas-Zenith-Gesellschaft (gegr. 1910).
  • Encarwi: Übernahme des niederländischen Spezialisten für Moped-Vergaser.
  • FHN: Übernahme der zugehörigen Löterei.

Nach dem Tod von Fritz Hintermayr im Jahr 1965 wurde das Unternehmen in eine GmbH umgewandelt. Ein historischer Meilenstein wurde 1990 erreicht: Der Verkauf des 50-millionsten Vergasers.

Bing war Erstausrüster von Sachs, Hercules, Maico, Kreidler, Zündapp

3. Transformation und Management-Buy-out (1990–2001)

Mit dem Einzug der Einspritztechnik im Automobilbau änderte sich der Markt radikal. 1990 erfolgte daher ein Management-Buy-out unter der Leitung von Joachim Preißl, der die Geschäftsführung übernahm.

  • 1993: Umzug des Unternehmens nach Nürnberg-Wetzendorf.
  • Integration von SU-Technologie: Ein technologischer Meilenstein war 2001 die Übernahme der Drosselklappen- und Pumpenfertigung von SU Automotive (ehemals Skinner Union) vom US-Konzern DANA.
  • Umbenennung: Im selben Jahr (2001) erhielt das Unternehmen seinen heutigen Namen: BING Power Systems GmbH.

4. Globalisierung und Ära Flash Group (2015 bis heute)

Um auf dem Weltmarkt zu bestehen, öffnete sich BING für internationale Investoren.

  • 2015: Die indische Flash Group übernahm die Mehrheit an Bing Power Systems.
  • 2017: Ende einer Ära – Joachim Preißl schied als Teilhaber und Geschäftsführer aus und gab Ende des Jahres seine restlichen Anteile ab.

BING heute

Mit rund 120 Mitarbeitern fertigt BING am Standort neben klassischen Vergasern (insbesondere für den Oldtimer- und Kleinmotorenmarkt) hochmoderne Komponenten für die Automobilindustrie:

  • Drosselklappenstutzen und Ansaugschaltmodule für Dieselmotoren.
  • Hochpräzise Düsen und Systeme für die Kolbenkühlung.
  • Moderne Gemischbildungssysteme für Motoren weltweit.


Last edited: 1/1/2025 · Jürgen Wißler